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Porzellanikon Hohenberg a.d. Eger –
Deutsches PorzellanMuseum

Der Königstraum

1298 brachte Marco Polo von seinen Reisen zum ersten Mal chinesisches Porzellan mit nach Europa. Er war es auch, der als erster von der Herstellung des Porzellans berichtete. Nahezu 300 Jahre sollte es jedoch dauern, bis am Hofe der Medici in Florenz 1576 die Versuche Porzellan zu fertigen erste gute Ergebnisse brachten. Insbesondere dem französischen Hof gelang es zum Ende des 17. Jahrhunderts Europa mit hervorragendem Weichporzellan zu begeistern.

Auf der Suche nach der geheimen Rezeptur – August der Starke gewinnt den Wettlauf

August der Starke von Sachsen
August der Starke von Sachsen

Vom Porzellanfieber befallen waren viele Regenten und Potentaten im prunkvollen Barockzeitalter. Die Sammelleidenschaft August des Starken von Sachsen übertraf jedoch alle. Deshalb war er bestrebt, das Geheimnis der Porzellanherstellung zu lüften. In dem experimentierfreudigen Alchimisten Johann Friedrich Böttger und dem Gelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus fand er ein großartiges Team. 1708 gelang es den beiden erstmals „ächtes“, also kaolinhaltiges Hartporzellan, außerhalb Asiens zu fertigen. 1710 wurde auf der Albrechtsburg in Meißen die erste Porzellanmanufaktur Europas gegründet. Zahlreiche sollten aufgrund des Verrates der Rezeptur durch geflüchtete und wandernde „Arkanisten“ folgen: Wien bereits 1718, Venedig 1720, Capodimonte 1743 und Nymphenburg zum Beispiel 1747.

Die „fürstliche“ Zeit des Porzellans – Manufakturen in Barock, Rokoko und Klassizismus

Alle Manufakturen orientierten sich hinsichtlich ihrer Formgebung und des Dekors zunächst an den Meissen Porzellanen. Die frühen, auf der Albrechtsburg entstandenen Porzellane sind deutlich sowohl von Asien als auch von europäischer Goldschmiedekunst inspiriert. Allerdings entwickelt sich ausgehend von Meissen unter dem Modelleur Johann Joachim Kaendler und dem Maler Johann Gregorius Hoeroldt ein eigenständiger, europäischer Stil. Von nun an spricht das Porzellan die Sprache des jeweils herrschenden, zeitgenössischen Kunstgeschmacks. Vorbildhaft werden nun im Wechsel die verschiedenen europäischen Manufakturen.

Glanz und Gloria – Napoleon I. und das Empire

Zwei Tassen und eine Untertasse, Bemalung: John Cutts, Pm. Wedgwood, 1813, Wedgwood Museum, Barlaston/Grossbritannien
Zwei Tassen und eine Untertasse, Bemalung: John Cutts, Pm. Wedgwood, 1813, Wedgwood Museum, Barlaston/Grossbritannien

Unter Napoleon Bonaparte gerät die gesamte europäische Machtordnung aus den Fugen. Der Machtanspruch Frankreichs zeigt sich auch bei den in der Staatsmanufaktur Sèvres entstandenen Porzellanen: Alles spricht die Sprache der Legitimierung der Macht, Stärke und Größe des französischen Kaiserreichs. Nie war das Porzellan reicher dekoriert, aufwändiger vergoldet, graviert und mit Gemäldekopien bemalt. Hinzu kam das Anwachsen der Objekte auf enorme Größen.

Nichts ist unmöglich – vom Adel zum Bürgertum, vom Biedermeier zu den Weltausstellungen

Lichtschirm mit dem Porträt des Theologen Friedrich Schleiermacher
Lichtschirm mit dem Porträt des Theologen Friedrich Schleiermacher

Am Ende der großen, durch die Regentschaft Napoleons heraufbeschworenen Kriege und Schlachten und der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress 1815 begann ein Umbruch der Gesellschaft. Die Folge waren Verbürgerlichung und der Beginn des Industriezeitalters. Das Porzellan wurde für breitere Käuferschichten erschwinglich. Gleichzeitig wetteiferten alle Hersteller, ob Manufakturen oder Fabriken auf den Weltausstellungen um die größten, kompliziertesten Formen und die aufwändigsten, dem gegenwärtigen Trend entsprechenden Dekorationen.

Japan im Salon – der Jugendstil nimmt seinen Anfang

Vase mit japanischem Wildkarpfen, Entwurf: Arnold Krog und S. Bech Jacobsen, Malerei: August Hallin, 1888 Pm. Kopenhagen, 1887 Bröhan-Museum, Berlin
Vase mit jap. Wildkarpfen, 1888 Pm. Kopenhagen,

Der Japaner Hokusai begeisterte 1862 die Besucher der Weltausstellung in London mit seinen Holzschnitten. Es ist das erste Mal nach der politischen Öffnung Japans, dass sich die Kultur dieses bis dahin geheimnisvollen Landes in Europa einer faszinierten Öffentlichkeit zeigte. Der Japonismus fand sich nun auch beim Porzellan, zunächst nur bei der Übernahme von Motiven, später auch im Dreidimensionalen. Besonders die Manufaktur Kopenhagen nahm sich diesen Stil zum Vorbild. Von dort verbreitet er sich in Windeseile in ganz Europa.

„Die Wilden Zwanziger“ – das Art Déco feiert fröhlich in die Krise

„Carmen“, Entwurf: Wolfgang Schwarzkopff, Pf. Rosenthal, Selb,
um 1930

Die überschäumende Lebensfreude der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg führte zu einem bis dato nie da gewesenen ausdrucksstarken, bunten Stil. Revuestars wie Josephine Baker, Sänger und Tänzer wurden Hauptdarsteller. Alles wird eckig, zackig und fröhlich-bunt dekoriert. Die erste große Präsentation dieses von französischen Innenarchitekten und Modeschöpfern inspirierten Stils war 1926 die „Exposition Internationale des Arts décoratifs et Industriels Modernes“ in Paris. Von nun an nahm die neue Art der Gestaltung vom europäischen Porzellan Besitz.

Magie der Nacht – KulTour10

4. Lange Museumsnacht im Landkreis Wunsiedel
am Samstag 25.09.2010
von 18.00 bis 1.00 Uhr

50 000 Besucherin kommt aus München

Ilse Jaeger wurde mit Blumen und Sekt empfangen. Große Freude beim Museumsteam und den regionalen Politikern.

Parlamentarischer Staatssekretär Hartmut Koschyk zu Gast

Fast hätte er seinen eigenen Terminplan gesprengt, so angetan war der CSU-Politiker von der Jubiläumsausstellung bei seinem Besuch

„Galanterie unterm Apfelbaum!“ Rokoko-Sommerfest im Museumsgarten

Ein Motto hielt, was es versprach. 600 Gäste ließen sich vom Charme einer längst vergangenen Zeit bezaubern.

Übernachtungsbetriebe besichtigen Jubiläumsausstellung

Große Begeisterung über diese Einladung bei den 160 Gästen